nur als idee

wenn es nach mir ginge, würde ich auf meinen körperschlauch verzichten, der sich da schlaff um mich gewickelt hat, der mich verschluckt hat, der mich gefangen hält bis er mich verdaut hat, der erst wächst dann sich bläht dann schwammig wird dann schrumpelt und fault und irgendwann abfällt, aber immer aufdringlich ist, belästigend, unausweichlich und geistlos, sich überall ins bild schiebt und in den vordergrund drängelt und im weg rumsteht und stinkt und mufft und pfurzt und suppt und schwabbelt und juckt und wer hat sich diesen mist bloß ausgedacht, mein gott!

vom indianersein

als indianerjunge in pionierlager und politechnischer oberschule erzogen wir uns im sportlichen wettstreit. wir sollten lernen, den körper zu kontrollieren, zu bändigen, zu knechten, zu beherrschen, zu trainieren und im schmerz zu ertragen. bereit zu sein, wofür auch immer. wir rannten, rangen, zogen taue, kletterten wände hinauf, machten liegestütze. ich aber lernte, meinen körper zu verachten, weil er sich nicht verhielt wie vorgesehen, weil er mich im stich ließ, weil ich unterlag. ich schämte mich, weil ich ihn nicht unter kontrolle bekam und versagte, mich zu wenig bemühte und anstrengte, die norm nicht erfüllte, nicht zum athleten taugte und insgesamt viel zu schwächlich war, um sozialistischer indianer zu sein. dieses ganze soldatische, einer wie der andere zu sein, demütigte. meine stärken lagen in der defensive, im müßiggang, im verborgenen.