beim durchblättern eines buches von a. kluge

die literatur alexander kluges begleitet mich seit langem. insbesondere der band von 2006 „tür an tür mit einem anderen leben“ hat eine ganz eigene sogwirkung; der titel ist emblematisch: die erzählung von lebensläufen inkl. ihrer politischen dimensionen, das chronistische, dessen aufbrechen durch das bereitstellen von möglichkeitsräumen, türen, naht- und schnittstellen, scharniere und ihre (un)genutzten chancen, begegnungen und ihre zufälligkeiten, das was-wäre-wenn und sein poetisches potential. all das in kürzesten geschichten mit eigensinn und außerordentlichen perspektiven, über persönlich unfassbare zeiträume und in überraschenden perspektiven.

Die Erste Globalisierung liegt 630 Millionen Jahre zurück. […] Wir leben eingerollt im AUGENBLICK und zugleich im ZEITSTROM VON MILLIONEN JAHREN. Im selben Körper und Geist koexistieren kurze und lange Zeiten. Sie führen Krieg, sie schließen Frieden. Was wir einen Lebenslauf oder Wirklichkeit nennen, sind Kokons der Wahrnehmung, die uns schützen. Ob sie etwas Reales sind, dürfen wir bezweifeln.

die erste globalisierung, damit ist die besiedlung der landmassen gemeint. die zweite globalisierung ist die heutige, ökonomische, politische, soziale, kommunikative. kluge erzählt vom unterschied zwischen wirklich und unwirklich, also dem poetischen. und den ungeahnten kräften, die in diesem unterschied entstehen. wie die mutter, die ihr kind unter dem traktor hervorzieht mit körperkräften, die sie eigentlich nicht hat und doch entfalten kann im moment größter angst um das leben des kindes. eine solche anstrengung ist nicht reproduzierbar.

in den letzten tagen las ich die chronik eines einzigen tages, die des 30. april 1945, „der tag, an dem sich hitler erschoss und die westbindung der deutschen begann“. ein buch, das ein globales panorama entfaltet und ein zentrales, immer wiederkehrendes thema kluges bündelt: die katastrophe des nationalsozialismus und des 2. weltkrieges. die geschichten handeln vom spürbaren ende des krieges, von den damit verbundenen hoffnungen und befürchtungen, von den vorkehrungen für die zeit danach und der doch weiterhin akuten lebensgefahr, von den planungen zur gründung der UNO ebenso wie den obsolet gewordenen doch noch aktuellen planungen großdeutscher philologenkongresse, während die kapitulation in berlin unausweichlich wird, und stets von der flucht, entweder aus deutschland oder wenigstens in den westlichen teil. in den geschichten ist nichts in ruhe. in kluges ebenso wie in denen reinhard jirgls, der kurze, großartige zwischenkapitel hinzugefügt hat, findet sich das unbehagen, die unruhe, die oft kaum messbare erregung, die durch eine scheinbar groteske perspektive plötzlich sichtbar wird: etwa wenn der rhythmus eines lebens durch den besuch des friseurs bestimmt ist. der schrecken, die störungen, das poetisch-groteske und sogar komische, dennoch die verwerfungen, krater, einschläge, narben und verheerungen, auch hoffnungen und perspektiven, schlupflöcher und auswege, die sich mit dem tag von hitlers selbstmord verbinden – ohne, dass dieser tod tatsächlich eine wirkliche rolle im buch spielt. kluge versucht etwas umfassendes, und ist sich doch bewusst, wie unscharf dieses konkrete datum tatsächlich ist. im nachspann zum buch beschreibt er seine zweifel: „Es ist schwer, die verwirrenden, aber konkreten Tatsachen des 30. April 1945 mit der Perspektive aus viel späteren Jahren, in der Stunde Null sei ein Neubeginn enthalten, zu verknüpfen.“ denn man weiß, dass eben jene stunde null eine erfindung ist, die kontinuitäten zu übermalen, zu privatisieren. daher weisen alle geschichten weit über sich hinaus, egal welche biografischen brüche in ihnen verzeichnet sind. und es ist auch keineswegs zufall, dass die abbildungen im buch anfänglich flüchtlinge auf ihrem gefährlichen weg über eine zerstörte brücke in den von amerikanern kontrollierten sektor zeigen, und wenige seiten später den heutigen amerikanischen präsidenten obama während einer rede vor dem renovierten brandenburger tor – eingeschlossen in panzerglas zum schutz vor attentätern: bilder deutscher wirklichkeit, wenige jahrzehnte voneinander getrennt.

das letzte kapitel des buches trägt den irritierenden titel „ich, der letzte nationalsozialist in kabul“. nazis in afghanistan? angehörige einer deutschen armee in zentralasien waren mir zumindest bislang nur als bundeswehrsoldaten bekannt, doch dass sich diese selbstgewiss als nationalsozialisten bezeichnet hätten, wäre mir aufgefallen. wie kluge im prolog zum kapitel erläutert, motiviert es sich aus der heutigen sichtweise auf die damaligen ereignisse: „Man hätte sich früher, nicht erst nach siebzig Jahren, mit dem Kriegsende befassen sollen. Wir Dokumentaristen müssen Jubiläen in die Zukunft verlegen […] Wie sieht im Blick einer Heranwachsenden von 2034 die Gegenwart von 2014 aus?“ und ja, es gab einsätze der wehrmacht in afghanistan, wenn auch keine bewaffneten. als unternehmen tiger wurden ein offizier und zwei funker der sonderverbände brandenburg nach kabul beordert, um geheimdienstlich gegen britisch-indien zu operieren; sie mussten 1943 das land wieder verlassen. bis zum 8. 5. 1945 existierte im neutralen königreich afghanistan die deutsche gesandtschaft, die für die wehrmachtsangehörigen als basis diente. wie also blickt man heute auf das damals, wie wird auf unser heute gesehen werden? und was bezeichnet heute einen nationalsozialist? für kluge ist klar, dass die neuen nazis nur eine formale kontinuität haben, zwar zeichen kopieren, aber in jedem fall „Produkt unserer gegenwärtigen Gesellschaft [sind], soweit man in solcher Weise zerstörte Menschen ein Produkt nennen könne“. eine perspektive, die es immer wieder neu einzufordern gilt.

heute fragte ich in einer buchhandlung in hauptbahnhofsnähe, ob ein buch von kluge vorrätig sei. im regal der belletristischen bücher hatte ich keins gefunden. tatsächlich gab es aber eines. allerdings im bereich politische biografien. die buchhändlerin erklärte den stellort damit, dass sie, also die händler dieses ladens, sich nicht einig werden konnten, wo das buch einzusortieren und also den kunden günstigstenfalls anzubieten wäre. roman sei das jedenfalls nicht. und im untertitel heißt es ja auch „chronik des zusammenhangs“, das sei doch hier besser aufgehoben. ich nahm es. und auf der heimfahrt wusste ich, warum ich „kongs große stunde“ gekauft hatte bzw was ich an kluges büchern immer auch sehr schätze: ihre eigenwillige komik. das kapitel 10 trägt den titel „schwester vernunft. brüderchen freundschaft. arno schmidt und das zwerchfell der krokodile“. arno schmidt und das zwerchfell der krokodile. der zusammenhang des autors mit den fernen tieren und ihrer inneren muskulatur würde mir ganz sicher im buch erläutert werden, doch in diesem moment wirkte allein die überschrift. dada. eine groteske kombination, die genau das traf, worauf sie zielte: auf das zwerchfell, das lachen. können krokodile lachen? haben krokodile also eine sinnvolle verwendung für ein zwerchfell? können sie schluckauf haben? nährt sich ihre gefährlichkeit aus diesem inneren muskel? ich bin mir sicher, dass arno schmidt an irgendeiner stelle seines wildgewucherten werkes genau darüber fabuliert hat, in seiner trostlosen heide sitzend, umgeben von zettelkästen und einer muffigen bundesrepublik der 1970er jahre. und kluge sammelt das nun ein. mal sehen, wohin das führt.

 

10.12.2014

kurze notiz: gestern eine angenehme verleihung des hamburger literatur-förderpreises im literaturhaus erlebt. (nach auskunft einer jurorin ist meine bewerbung knapp am preis vorbeigerauscht.) nebenbei ein kurzes gespräch über daniel kehlmann geführt. unverständnis über seine stellung im literaturbetrieb. seine prosa ist stilistisch feinstens, dabei doch stets streberhaft. seine bücher sind kantenlos, es bleibt ein geschmack der sterilität. den figuren wird mit arroganz begegnet, meist werden sie lächerlich dargestellt, aber ohne tiefe. keine fallhöhe, kein echo. es sind artifizielle anordnungen, in stets wiedererkennbarem ton (ausnahme: der fernste ort). keine experimente, dafür manierismen und ausgestelltes weltwissen; die bücher wirken in sich selbst verliebt. im sommer 2012 hab ich sämtliche bis dahin erschienenen kehlmann-bücher gelesen. die guten: ich und kaminski; vermessung der welt. überflüssig: ruhm. uninteressant: der fernste ort; mahlers zeit; unter der sonne.

12.10.2014

die lesung war wohl ok, von den 15 zuhörern kannte ich 3 nicht, sonst hatte ich alle selbst eingeladen. davor reisten 9 autoren des forums nach thorstorf in die scheune. viel gesprochen über mitgebrachte texte. ich hab 5 songs vorgestellt, die ich zur jubiläumslesung im februar spielen will. uralte schinken, die nach ihrem recht verlangen, aufgeführt zu werden. sollen sie. womöglich kaufe ich mir bis dahin noch eine neue gitarre, diesmal mit eingebautem tonabnehmer. ansonsten dehnt sich die zeit nicht, sondern ganz im gegenteil, und ich verpasse alle termine für zeitschriften. im winter ists dünn gesät mit abgabeterminen für kleine texte.

dann eben ins kino. deutsches kino ist in der regel nichts bewegendes. das letzte mal, als die feuilletons überquollen vor glück über einen deutschen film, war vor beinah einem jahr. „finsterworld“ hieß der streifen, an dem auch der geschätzte kollege christian kracht mitschrieb. allein – es war ein effekteheischender, allzu versöhnlicher unsinn. wie anders doch ein jahr später: phoenix. still und ruhig, ohne dramatisierungen und taschenspielertricks, ohne manipulative zuschauerlenkung durch musikalische emotionalisierung sezziert der film das nachkriegsdeutschland zwischen kapitulation und staatsgründung. das absolute einverständnis der überlebenden mit dem vergangenen: der holocaust geht schon in ordnung. der film ist hervorragend in seiner kälte und kargheit. und ein ordentlicher schlag auf die schwarzrotgoldene prosperität. von den tätern des krieges lässt sich leicht distanzieren, doch die patina der nachkriegszeit – stunde null, wirtschaftswunder etc – kratzt man nicht so leicht ab. petzolds „phoenix“ hingegen sehr gründlich: die figuren sind in trümmern. und wer da zum schluss aufersteht aus ruinen, das hätte der deutsche mann, der seine jüdische frau ins gas schickte, gern nicht erlebt. ein unversöhnlicher film.

22.07.2014

der absturz des fluges mh17 in der ostukraine und die nachfolgenden ereignisse sind die tragischsten und verstörendsten ereignisse in europa seit jahrzehnten. tragisch, denn es sind 298 menschen gestorben, die mit dem konflikt absolut nichts zu tun hatten: ihre tode sind vollkommen absurd. und verstörend, weil sich der krieg in der ostukraine durch den abschuss des passagierflugzeuges vollständig entgrenzt hat: eine wahnsinnige tat, die offenbar auf grausamer verwechslung beruht, führt zu zerwürfnissen, statt zu trost. es ist ein camus’scher akt: die sinngebung des absurden, hinter der alles andere verschwindet: gaza-israel, antisemitische auswüchse in europa, syrien, nigeria, insgesamt 50millionen flüchtlinge weltweit – nichts davon ist gelöst, wird versucht zu lösen. statt dessen streitet man um die deutungshoheit über die toten: denn das absurde hat nur insofern sinn, als dass man sich nicht mit ihm abfindet. und mit diesen 298 toten kann man sich natürlich nicht abfinden, es muss gründe, vor allem hintergründe geben, mit dem die katastrophe erklärbar, verstehbar, deutbar, nutzbar wird.

seit beginn der ukraine-krise, also seit den maidan-protesten, die zu einem blutigen umsturz führten, hat sich in der deutschen öffentlichkeit eine haltung entwickelt, die den bekannten hiesigen medien kritisch-ablehnend gegenübersteht. wofür die medien selbst einen gewissen teil mit beigetragen haben. doch scheint mir dieser teil inzwischen relativ gering, nach der kritik der berichterstattung im ukraine-konflikt durch die ehemalige ard-russland-korrespondentin krone-schmalz ist die berichterstattung sachlicher. doch die vehemente kritik in den sozialen internetmedien ist geblieben. jedoch scheint mir, dass diese sich nicht so sehr an die arbeit der journalisten selbst richtet, sondern an die in den meldungen transportierte haltung westlicher politiker: signifikant für vollkommen unglaubwürdige politik ist john kerrys reaktion auf den anschluss der krim an russland. und mit ihm verliert die deutsche politik eben auch ihre glaubwürdigkeit, wenn sie sich aus nato-bündnis- und wirtschaftlichen gründen oft genug auf die seite der amerikanischen politik stellt oder diese nur sehr zögerlich kritisiert, wenn es angebracht scheint, etwa im gesamten nsa-snowden-komplex. dieses missverhältnis im umgang mit den ehemaligen polen des kalten krieges ist evident und erklärbar – ebenso wie auch die im europäischen kontext zögerliche deutsche haltung zu sanktionsverschärfungen gegen russland auf verträgen und wirtschaftlichen abhängigkeiten beruht. doch für diese schieflage werden die medien bzw die klassischen, bekannten, überregionalen medien, die die meinungen der eigenen politiker oder kontroverse diskussionen über die grenzen hinweg abbilden, verantwortlich gemacht. für die gegenthesen der kritiker wird hingegen oft auf unabhängige blogs oder andere, deutlich weniger etablierte quellen verwiesen. und oft genug mit einem ebenso klaren gut-böse-schema, wie es den medien selbst vorgeworfen wird. ein beispiel unter hunderten, dieses von der taz-webseite:

Es wird immer klarer. Die ukrainische Luftwaffe benutzte die zivilen Flieger im Kampfgebiet als Deckung für militärische Luftfahrt, benutzte mithin die Passagiere als menschliche Schutzschilde. Und obendrein könnte es sein, dass das ukrainische Regime die zivilen Flugzeuge absichtlich über die Region fliegen ließ, um bei Gelegenheit mal eines davon abzuschießen und es Russland und der LVR/DVR in die Schuhe zu schieben.

(User PID, 22.07.2014, 12:52Uhr)

auffällig daran: es wirkt wie ein reflex, übermäßige kritik an der russischen politik in deutschen medien damit zu beantworten, indem ziemlich vorbehaltlos die russische sichtweise verteidigt wird. als sei die kritik an dieser nicht ebenso notwendig und berechtigt. sowohl außenpolitisch, da putin stets die territoriale integrität auch der ukraine verteidigt hat – was ihn jedoch nicht hinderte, mit enormer geschwindigkeit die krim an russland anzugliedern. ein klarer bruch der eigenen aussagen. und was sehr gern übersehen wird: innenpolitisch hat sich seit den wahlen 2011 einiges geändert. nur ein beispiel: während es uns in irkutsk bis 2011 problemlos möglich war, eine zweisprachige zeitung in irkutsk zu publizieren, bekam die russische mitherausgeberin ab 2012 regelmäßigen besuch des fsb und der klaren ansage, sämtliche russischsprachigen artikel vorab durchsehen zu lassen. ebenso wurde zugriff auf die kommunikation und die im internet zwischengespeicherten dateien verlangt. das war 2012. inzwischen sind 2 jahre vergangen, ein gesetz gegen fluchen in der öffentlichkeit (inkl. tv, film, zeitung etc) wurde erlassen, die möglichkeit über homosexualität aufzuklären unmöglich gemacht, teilnehmer an demonstrationen gegen putins politik verhaftet und verurteilt, die arbeit von ngos deutlich erschwert (agenten-gesetz), ein gesetz zur sperrung von internetseiten verabschiedet (wobei die formulierung sehr offen gehalten ist, was allerhand möglichkeiten im gebrauch lässt und typisch für restriktive gesetze ist) und seit neuestem die werbung für bezahlfernsehen verboten (was sich gegen unabhängige fernsehsender wie etwa „dozhd“ richtet). dinge, die leider keine anzeichen für eine offene, plurale gesellschaft und medienlandschaft in russland sind und in der deutschen öffentlichkeit gern übersehen werden, wenn das misstrauen gegenüber den eigenen medien zu groß wird. oder das unbehagen an der aussicht, dass es hier vielleicht nicht gut ist, doch andernorts eben auch nicht so schlecht sein kann, wie es dargestellt wird. oder an der perspektive, dass sich die ursachen und täter wohl nie zweifelsfrei ermitteln lassen werden. weil die verstörenden, absurden ereignisse zu sehr nach sinngebung verlangen: das absurde kann nur mit religiosität gelöscht werden.

17.07.2014

randnotiz: in der tat hat der gaucho-tanz einiger fußballweltmeister in berlin manche dinge wieder geradegerückt. dankbarkeit wäre allerdings die falsche reaktion, ebenso wie empörung. es ist wohl vielmehr eine gesunde enttäuschung. allzu sehr war man den inszenierungen und ikonografien des modernen deutschen fußballs, die überhöhung einer sportlergruppe zu einem politischen statement, auf den leim gegangen. glückliches, multikulturelles, weltoffenes land. ein intelligent vorgetragener und attraktiv anzusehender sport könne doch letztlich auch von keinen durchschnittlich intelligenten menschen betrieben werden. jedoch: diese mannschaft lebt zum banalen soundtrack einer helene fischer und ist nicht wesentlich intelligenter als seine fans, dirk niebel inbegriffen. und fußball ist nach wie vor ein von männerbünden geleitetes, chauvinistisches geschäft. und sport ist ein verdammt schwacher ersatz für kultur.

17.06.2014

lese wieder fauser, immer wieder fauser.

es ist zu wenig sand in meinen geschichten. zu wenig schmutz, dreck, schlamm, abfall. das übliche. vor ca. tausend jahren nannte mich mal ein junger regisseur einen „schöngeist“, was er mit einer attitüde tat, bei der man kaum zwischen lob und verurteilung, anerkennung und verachtung unterscheiden konnte. ich bin mir heute, aus meinen eigenen gründen, sehr sicher, es war letzteres. schön, brav und behütet, unberührt von den zurichtungen der industriellen welt.

sand, dreck und abschaum stellen sich gegen diese hamburger welt. vorgestern in eppendorf. monotone weiße mittelklasse, gehobenere ansprüche, ikeageschmack in gründerzeithäusern, beflaggte balkone, ringsum alles grün und schön. dieser ort will nichts anderes kennen als sich selbst. wie wäre es stattdessen mit ein bisschen dung ins schlafzimmer?

und all die toten indianer / ersoffenen flüchtlinge gibts gratis dazu.

manche, wie johnny tristano, finden sich nicht in dieser welt und irren durch die nacht. das fauser-gefühl, mit lob und verachtung: „alles wird gut“.