Skizzen für Cyber-Punker: Hamlet: das zweifelnde Bewusstsein ist zerstörerisch.  Hollywood: die suche nach der Antwort auf die Frage „wer bin ich“ führt zur Stabilität. Auch: zum Ende der Erzählung. Wenn eine Maschine sich selbst erkennt (ghost in the shell, blade runner), ist sie in der Lage zu wissen, zu erkennen, zu fragen „wer bin ich“ – und damit zu glauben und zu zweifeln. „Wenn ich bin, wer vermisst mich“ Ist eine künstliche Intelligenz in der Lage, sich soweit zu erkennen, dass sie Nihilist werden kann,…Continue Reading „Depressive Maschine“

Es scheint wahrlich eine abgedroschene Behauptung, dass die deutschsprachige Gegenwartsliteratur seit Jahren vom Roman dominiert wird. Und doch lässt sich diese offenbar völlig selbstverständliche Fixiertheit auf diese epische Textsorte und ihr metonymer Gebrauch als Literatur regelmäßig beobachten. So dieser Tage wieder beim Internetprojekt „Blogbuster 2017“, einem dieses Jahr erstmals zu vergebenden Preis von Literaturbloggern in Kooperation mit dem Klett-Cotta-Verlag. Es geht darum, „neue unkonventionelle Literatur [zu] entdecken“ bzw. gesucht wird „das literarische Nachwuchstalent“, wie vollmundig auf der Startseite verkündet wird. Der Begriff Literatur wird allerdings…Continue Reading „kurze Notiz zur Literatur in Deutschland“

eine woche stillgelegt

live-ticker oder twitter-hashtags zu eilmeldungen verfolgen, z.b. #münchen, ist die eigentliche fiktion: fühlt sich hysterisch und also authentisch an, aber nichts genaues weiß man nicht. schnelle schnitte, kurze schnipsel, VERSALIEN!!!: mehr genre gruselhorror geht nicht. unsere sehgewohnheiten überholen die realität immer wieder, machen cinemascope daraus: stundenlang unklarheit und verwirrung, spekulationen und verwackelte bilder und TV-screenshots: blairwitch in reality. erregungsgier. nervenkitzel. suspense. die welt ein unabschließbarer schauerroman. ich mache jetzt aber eine woche pause, keine mails, keine news, kein FB, nur urlaub am meer, das ist…Continue Reading „eine woche stillgelegt“

permanent fragen mich irgendwelche leute, wann denn endlich mein BESTSELLER zu kaufen sei, an dem ich doch ganz gewiss arbeite. aber wozu denn, sage ich, mokiere mich über massengeschmack und millionenpublikum und preise emphatisch die kunst des WORSTSELLERs, woraufhin man sich von mir wendet. so entgeht ihnen regelmäßig das geständnis, alle meine bisherigen sachen sind hundertprozentige ZEROSELLER.