zweifellos

als meine mutter schwanger war, gab es in der ddr keine ultraschallgeräte und eine geburt war stets eine überraschung. dass ich mit den füßen voraus kam, muss manche beteiligten nachhaltig irritiert haben. die hebamme nahm an, ich hätte keinen kopf, erzählt meine mutter immer. und auch die beamten im standesamt waren erschüttert. die originale geburtsurkunde stellt seither unmissverständlich klar: ich bin eine frau.

meine freunde

selina kam durch den raum auf mich zu, umarmte mich und sagte etwas freundliches, ihre linke hielt dabei den über ihr schwebenden umberto fest, der von oben herab plapperte, das er sich freue mich zu sehen und überhaupt wie es denn so gehe und wie der abend bisher verlaufe und sie ja den bus verpasst und außerdem sowieso die orientierung auf ihren spaziergängen durch die hamburger umgebung verloren hätten, dessen industriegelände ihm wie rosenhaine erschienen und ja es gehe ihm bestens und er habe sich noch nicht besser gefühlt, und dazu lachte und kicherte er unentwegt, und selina kicherte auch und zog umberto immer mal wieder nach unten, um ihm eine haarsträhne aus der stirn zu wischen oder ihm sonstwie übers gesicht zu streicheln, und dann schwebte umberto wieder zur raumdecke, während vorn auf der bühne ein junges mädchen versuchte, eine nachdenkliche geschichte vorzulesen.