Irgendwo dazwischen

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Die Wahrheit, sagte mein Lehrer drohend und würdevoll, sei nicht irgendwo da draußen zu finden, auch nicht irgendwo hier drinnen, sondern stets nur zwischen den Zeilen. Da müsse man lesen können, das sei zu üben und zu beherrschen, das sei unsere Aufgabe, dafür seien wir zuständig: zu sehen und zu finden. Ich weiß, ich kann das, ich schaff das, ich muss meinen Blick ausreichend schärfen. Unzweifelhaft, dass etwas dort ist, in kleinster und filigranster Schrift, mit ganz feinem Pinsel aus Kamelhaar gezeichnet, das von weitem wie Fliegendreck aussieht und das nur mir gehört, wenn ich es finde. 

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