17.03.2016

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habe mir neulich das vielbesprochene, oft gelobte buch „wir kommen“ der vielbesprochenen, oft kritisierten autorin ronja von rönne als ebook besorgt. dann habe ich angefangen zu lesen und dann habe ich wieder aufgehört. und jetzt zucke ich mit den schultern: naja, buch halt. eins, das ziemlich hoch einsteigt mit dem aktiven verdrängen des todes einer freundin, dazu depression und angst und therapie der erzählenden hauptfigur – und dann kippt es schon in gescheiterte liebesgeschichten und die wenig versteckte sehnsucht nach einer einfachen welt. draußen ist so viel. drinnen auch, aber übersichtlicher, und wenn das auch zu viel wird, kann man das wlan ja ausstellen. mag sein, dass das alles ganz gut komponiert ist, weil tagebuchaufzeichnungen im rahmen der therapie. mag sein, dass dies dann die abwesenheit einer geschichte clever, vielleicht sogar unterhaltsam auffängt und sowieso von der jugend heute erzählt, oder so. aber mich hat das völlig gleichgültig gelassen beim lesen. es hat mich einfach genau gar nicht interessiert, dieses angebliche leben der heutigen jugend, die ja im buch vor allem eine obere mittelklasse-jugend ist, die namen wie jonas, karl, leonie und maja trägt und nicht besonders viel erlebt hat und daher notwendigerweise auch nicht besonders viel zu berichten hat und sich dann davon therapieren lassen muss – sorry, aber in ziemlich existenziellen tagen, wochen, monaten und jahren wie diesen einen ziemlich leeren roman mit ziemlich vielen wenig unterhaltsamen sätzen, dessen besonderes merkmal die (jetzt auch nicht besonders originelle) konstruktion ist und hauptsächlich deshalb so viel aufmerksamkeit bekommt, weil da vor über einem jahr ein reaktionärer text die junge autorin bis nach klagenfurt gespült hat – ach nee, keine lust.

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