10.12.2014

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kurze notiz: gestern eine angenehme verleihung des hamburger literatur-förderpreises im literaturhaus erlebt. (nach auskunft einer jurorin ist meine bewerbung knapp am preis vorbeigerauscht.) nebenbei ein kurzes gespräch über daniel kehlmann geführt. unverständnis über seine stellung im literaturbetrieb. seine prosa ist stilistisch feinstens, dabei doch stets streberhaft. seine bücher sind kantenlos, es bleibt ein geschmack der sterilität. den figuren wird mit arroganz begegnet, meist werden sie lächerlich dargestellt, aber ohne tiefe. keine fallhöhe, kein echo. es sind artifizielle anordnungen, in stets wiedererkennbarem ton (ausnahme: der fernste ort). keine experimente, dafür manierismen und ausgestelltes weltwissen; die bücher wirken in sich selbst verliebt. im sommer 2012 hab ich sämtliche bis dahin erschienenen kehlmann-bücher gelesen. die guten: ich und kaminski; vermessung der welt. überflüssig: ruhm. uninteressant: der fernste ort; mahlers zeit; unter der sonne.

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