30.11.2014

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die kinder haben sich hingelegt mit der freudigen erwartung, morgen im kalender ein türchen zu öffnen. oma hat liebevoll einen säckchenkalender gebastelt und uns geschickt. vorhin kam noch töchterchens lieblingsfreundin vorbei und schenkte ihr einen schokogefüllten türchenkalender, nachdem sie gestern aufzählte, wieviele und von wem sie alles einen bekommen hat und dass unser töchterchen nur einen haben wird. heute waren sie, zum dritten mal in dieser woche, auf einem weihnachtsmarkt und haben, völlig unerwartet, irgendwas eingekauft. weihnachten. aus allen ecken quillt schokolade und die kinderaugen platzen vor erwartung, tagtäglich geschenke zu bekommen, eruptiv zu nikolaus und heilig abend. es ist ja so schön, den kleinen und sich selbst eine freude zu machen. nein, ist es nicht. es ist nicht ansatzweise schön, die wänster mit vier oder fünf an kaufrausch und besitzgier zu gewöhnen. ihnen irgendwelche krippenspiel-stories aus kinderbibeln zu erzählen oder mit ihnen weihnachtslieder zu singen, quasi pädagogisch-atmosphärischer background, beeindruckt die kleinen nicht die bohne: hauptsächlich gehts um schokolade und was sie sich zu weihnachten wünschen. doch wehe, das kleine brüderchen nimmt den keks aus schwesterchens dose, der völlig identisch zu dutzenden dadrin liegt, den darf er nicht mal anschauen, ist schließlich nicht seiner. sorry, mir ist das alles zu dämlich. ich hab keinen genuss an diesem mit schlechter musik, lichterketten und holzbuden in fußgängerpassagen zugemüllten jahresende. und die kids verblöden in der völligen überforderung des angebots. soviel kulturpessimismus leiste ich mir heute mal. aber nein, ganz im gegensatz zu meiner frau kann ich diesem sogenannten fest genau gar nichts fröhliches abgewinnen. als vater noch viel weniger, weil man ja erpressbar wird: geh doch mit auf den schönen weihnachtsmarkt, den kindern zu liebe. den kindern zuliebe bleibe ich besser daheim. denn mich ekelt dieser adventskitsch und ich bin dann auch kein ding freundlich. rückblickend mochte ich es viel lieber, in kasachischer oder sibirischer abgeschiedenheit mal eine kleine adventsfeier zu haben und einen weihnachtsbaum über freunde zu ergattern. (auch wenn ich den schon nicht mehr gebraucht hätte.) in kasachstan gab es nicht mal schoko-weihnachtsmänner, wie angenehm. in irkutsk war schon deutlich mehr los, aber für weihnachtsmärkte und straßenkonsumrausch wars einfach zu kalt, da wurde man ganz natürlich nicht so vom budenzauber belästigt. aber dieser allround-overkill hier geht gar nicht. letztes jahr hab ichs noch ertragen, weils nach längerer pause mal wieder ok war, irgendwie exotisch. nicht schön, aber landestypisch. doch dieses jahr der selbe mist: das empfinde ich als terror. was bedeutet, ich werde mich diesem scheißfest so gut ich kann verweigern. kein plätzchen, keine schokolade, keinen glühwein, keine kugeln, kein baum, keine geschenke. nieder mit weihnachten.

1 thought on “30.11.2014

  1. Саша, дорогой! Хоть ты не отреагировал ни на один мой мэйл, я прочитав твою зарисовку (не знаю, как назвать правильно), не могу удержаться, чтобы не сказать тебе „привет“. Я с тобой почти согласна, что этот рождественский кич уже вызывает тошноту, а детей просто развращает. И всё- таки… Мои внуки уже спрашивают, когда мы будем стряпать плецхен. Адвентскалендер и плецхен- эти 2 слова все трое могут выговорить без запинки. И как хорошо, когда за окном почти минус 30 (как сегодня), а дома пахнет вкусно выпечкой со всякими ароматными специями.
    Будь здоров и счастлив, привет Дженни и ребятишкам. Тоня

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