19.11.2014

Categories Gespenst0 Comments

der fleischberg auf dem sitz vor mir – wir fahren rückwärts – drehte sich, als ich mich setzte, um und betrachtete mich mit der verschrecktheit eines kindes und der brutalität eines alleinlebenden mannes. ein großes, rundes, teigiges, düsteres mondgesicht. er sitzt auf einem platz mit falscher reservierung: über ihm leuchten haltepunkte, die wir erst noch erreichen wollen. manchmal steht er auf und läuft ein bisschen durch den zug. wenn er zurück kommt, bringt er stets etwas mit. auf den leeren sitz neben ihm fällt die beute. dann widmet er sich seiner beschäftigung: die auf den freien plätzen ausliegenden zugfahrpläne werden in daumennagelgroße stücke gerissen und in den kleinen müllbehälter unter den vordersitzen geworfen. plan für plan, blatt für blatt, stückchen für stückchen. die fahrt, im rhythmus des papiers, dauert noch drei stunden.

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