als ich aus dem bus ausstieg, sah ich den rauch. die buche verdeckte ihn kaum. aus der seite des hauses quoll er hervor, dick und kräftig wie veras erbsensuppe. noch vor wenigen tagen hatte ich die steckdose hinter dem bücherregal betrachtet. sie würde in kürzester zeit durchschmoren und die folgen wären nicht kalkulierbar. der rauch drückte sich durch das schlafzimmerfenster ins freie, mächtig und euphorisch. dort hatte ich meine arbeitsecke: steckdose, bücher, lose zettel mit irgendwelchen aufzeichnungen, ausschnitte aus zeitungen, fotos, cds, alte tonbänder, laptop, aschenbecher, ein ganzes leben und die flasche mit dem brandbeschleuniger. es konnte aber auch an meiner marotte liegen, kerzen stets bis zum grund abbrennen zu lassen, selbst wenn ich die wohnung vorher verlassen musste. gestern war so ein tag. einer mit vera. ich stand auf der straße und sah dem qualm bei der flucht ins offene zu. autos fuhren vorüber. von der nachbarschaft keiner zu sehen. keine sirenen. der morgen war absolut ruhig. ich warf einen blick in den leeren briefkasten. ich sah noch einmal die stolze rauchsäule an, dann ging ich wieder zum bus.

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