28.04.2014: Verlosung

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also, liebe literatufreunde, es hat mich sehr gefreut, dass ihr so zahlreich aufgestanden, geklatscht und gejauchzt habt – was für ein tolles konzert! und nun kommt der moment, bei dem viele leer ausgehen, denn ich hab nur ein buch. fassen wir zusammen:

am häufigsten gelesen bzw erinnert wird anna karenina von lew tolstoj. (für alle tolstoj-freunde der phonetik-hinweis: er wird talstój ausgesprochen, betonung auf der zweiten silbe, das unbetonte o wird zu a.) wobei sich die russische klassik des 19./frühen 20. jahrhunderts keiner allzu großen popularität mehr erfreut, zwar gibt es noch dostojewskij, allerdings nicht mit einem der „elefanten“, sogar lermontow und turgeniew sind vertreten (was mich tatsächlich freudig überrascht hat), dafür fehlen die beiden säulenheiligen der russischen literatur puschkin und gogol, ebenso wie tschechow und bulgakow. immerhin ist asimov noch nicht vergessen, seine nachfolger die gebr. strugatzki aber wohl doch schon, dabei sind viele ihrer romane, darunter auch „picknick m wegesrand“, erst in den letzten drei jahren in einer 6-bändigen ausgabe wieder erschienen. ungewöhnlich ist aber die anwesenheit schocholows in dieser reihe, von dem ich annahm, dass ihn, obwohl er den nobelpreis erhielt, eigentlich niemand mehr liest. geirrt!

sehr schade allerdings, dass niemand meinen lieblingsautor daniil charms zu würdigen weiß, schnief.

andererseits ist die moderne russische literatur durchaus sehr reichhaltig und wird glücklicherweise umfangreich einem deutschen publikum zugänglich gemacht. so ist auch hierzulande der in russland sehr populäre kriminalautor boris akunin längst kein unbekannter mehr, ebenso wie die beiden fantasy-autoren sergej lukanjenko (sehr bekannt durch die beiden filme von timur bekmambetov) und vadim panov. ebenso häufig gelesen, hier wie dort, und jenseits aller genrekonventionen, wird auch andrej kurkow, der zwar in kiew lebt, aber auf russisch veröffentlicht. sehr populär in deutschland ist auch kaminer – aber leider kann ich ihn in dieser liste nicht gelten lassen, denn er veröffentlicht ja nun einmal in deutscher sprache, so unterhaltsam seine bücher auch sind. etwas unbekannter hingegen und aus einer sehr kleinen nordsibirischen ethnie, den tschuktschen, gebürtig, und für diese ebenso bedeutend wie es aitmatow für die kirgisen gewesen ist, war der vor wenigen jahren verstorbene jurij rytcheu. seine sehr lesenswerten romane und erzählungen sind im unionsverlag erhältlich.

der mir am ungewöhnlichsten erscheinende autor unter allen genannten ist allerdings vladimir vyssotzki – zumal er kein literarischer autor im klassischen sinn ist. viel bekannter ist er einem sowjetischen und internationalen publikum durch seine lieder (und als schauspieler in vielen filmen, die allerdings in deutschland kaum bekannt sind – doch es gibt ein biopic aus jüngster zeit) geworden. zwar hat er auch prosa geschrieben, die allesamt im deutschen sprachraum nicht zu haben ist, doch bekannt und geliebt wurde und wird er für seine songs. bei den jüngeren wohl nur noch übertroffen von viktor zoj. und weil diejenige, die ihn nannte, auch noch lermontov in die kommentare warf und im gegenzug zur prosa die lyrik meist vergessen wird, habe ich mich wohl entschieden: die sonnenposition geht an SABINE! herzlichen glückwunsch!

und allen anderen: besten dank fürs dabeisein und trotzdem weiterhin lesefreude.

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